Februar 2026 – Kontrolle statt Chaos
Der Februar war für mich kein Monat der großen Härte, sondern ein Monat der bewussten Steuerung. Weniger Chaos, weniger blinder Ehrgeiz, dafür mehr Struktur, Regeneration und saubere Aufbauarbeit.
Regeneration war im Februar für mich einer der wichtigsten Trainingsbausteine – und genau deshalb habe ich diesen Monat bewusst so geplant.
Der Februar liegt hinter mir — und wenn ich ihn mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es nicht hart, nicht schnell und auch nicht spektakulär. Es wäre: kontrolliert. Denn genau das war der Plan.
Viele erwarten in einer Marathonvorbereitung immer nur eines: schneller, weiter, härter. Aber wer langfristig denkt und seine Leistung wirklich entwickeln will, weiß, dass es Phasen gibt, in denen man bewusst einen Schritt zurücktritt, um später zwei nach vorne zu machen.
Der Februar war für mich genau so ein Monat. Kein Monat für große Schlagzeilen. Kein Monat, in dem jede Einheit beeindrucken musste. Sondern ein Monat, in dem ich sehr bewusst daran gearbeitet habe, die Basis weiter zu stabilisieren, mein Gewicht sinnvoll zu steuern und Training, Recovery und Ernährung sauber miteinander zu verbinden.
Meine strategische Ausgangslage
Ich bin aktuell in einer sehr bewussten Aufbauphase. Mein Fokus liegt nicht primär auf maximaler Geschwindigkeit, sondern auf drei zentralen Stellschrauben:
- Körpergewicht reduzieren
- Körperfett senken
- aerobe Basis weiter stabilisieren
Warum? Weil ich aus Erfahrung weiß: Jedes überflüssige Kilogramm kostet im Marathon Energie — und am Ende Minuten.
Mit 75,5 kg war ich im Februar auf einem guten Weg, aber mein Ziel ist klar: noch etwas effizienter, noch etwas ökonomischer laufen. Für mich bedeutet das nicht, leicht um jeden Preis zu werden. Es bedeutet, den Körper so aufzustellen, dass er über die Distanz besser arbeitet, ökonomischer läuft und in der zweiten Marathonhälfte stabiler bleibt.
Trainingsphilosophie im Februar
Wer meine Einheiten im Februar verfolgt hat, dem ist sicher aufgefallen: viel ruhiges Volumen, bewusst wenig harte Intensität und sehr viele Läufe im SSL- beziehungsweise LDL-Bereich.
Und nein — das war kein Zufall.
Gerade in dieser Phase war es für mich wichtiger, metabolisch sauber zu arbeiten, statt einfach nur Härte zu sammeln. Der Super-Sauerstofflauf ist für mich aktuell eines der wichtigsten Werkzeuge, weil er gleich mehrere Dinge gleichzeitig verbessert: Der Fettstoffwechsel wird trainiert, die aerobe Basis wächst, die orthopädische Belastung bleibt überschaubar und die Regeneration lässt sich deutlich besser steuern.
Viele Läufer machen den Fehler, jedes Training so zu laufen, als müsste es sofort einen Formbeweis liefern. Aber genau darin liegt oft das Problem. Wer ständig zu hart läuft, erhöht den Stress im System, verschlechtert die Recovery und macht sauberes Volumentraining oft unnötig schwer.
Ich wollte im Februar nicht ego-getrieben trainieren. Ich wollte bewusst trainieren. Langsam genug, um die richtigen Prozesse anzuschieben. Kontrolliert genug, um Woche für Woche stabil zu bleiben. Und klug genug, um den Körper nicht in einer Phase zu überfordern, in der gleichzeitig auch das Gewicht eine Rolle spielt.
Für mich gilt gerade deshalb ganz klar: Langsam laufen ist nicht verlorene Zeit. Langsam laufen ist Fundament. Und genau auf diesem Fundament entsteht später das Tempo.
Der Februar war alles andere als ein leerer Monat. Die Zahlen zeigen sehr deutlich, dass hier trotz kontrollierter Steuerung viel Arbeit passiert ist:
- 45 Workouts
- 402,67 km Gesamtstrecke
- 38 h 52 min Aktivzeit
- 22.601 kcal verbrannt
- 19 Outdoor-Läufe
- 24 h 47 min reine Laufzeit draußen
Was mich besonders freut: Ich bin im Februar 123 Kilometer mehr draußen gelaufen als im Januar. Genau daran sieht man, dass die Basis wächst. Nicht laut, nicht hektisch, sondern sauber.
Steuerung über Recovery und Körpergefühl
Ein Punkt, der für mich immer wichtiger wird, ist die tägliche Körperrückmeldung. Im Februar gab es mehrfach Tage mit moderater Recovery, leicht gedrückter HRV und gleichzeitig normalem Ruhepuls.
Früher hätte ich an solchen Tagen vielleicht trotzdem einfach durchgezogen. Heute weiß ich: Fortschritt entsteht nicht nur im Training, sondern in der richtigen Steuerung.
Genau deshalb habe ich im Februar Einheiten angepasst, Intensitäten niedrig gehalten und Belastung sauber verteilt. Das ist für mich kein Zeichen von Schwäche, sondern von Erfahrung.
Ich finde, genau hier verändert sich Training mit den Jahren. Man lernt, dass nicht jede Einheit maximal sein muss, um wertvoll zu sein. Man lernt, dass der Körper nicht auf Druck, sondern auf die richtige Balance reagiert. Und man lernt, dass gute Form oft nicht dort entsteht, wo man am lautesten trainiert, sondern dort, wo man ehrlich genug ist, auf die Signale des Körpers zu hören.

Ernährung: bewusst, geplant, zielgerichtet
Parallel zum Training lief im Februar eine zweite, mindestens genauso wichtige Stellschraube: meine Ernährung.
Mein Ansatz war klar strukturiert. Ich wollte nicht einfach nur Kalorien senken, sondern die Ernährung so aufbauen, dass sie Training, Regeneration und Gewichtssteuerung gleichzeitig unterstützt.
Ein ganz zentraler Punkt war dabei Protein. Ich habe sehr bewusst darauf geachtet, die Proteinzufuhr hoch und gleichmäßig über den Tag zu halten. Regelmäßig auf meinem Plan standen Skyr, Casein am Abend, Hüttenkäse und hochwertige Eiweißquellen in den Hauptmahlzeiten. Gerade in einer Reduktionsphase ist das für mich enorm wichtig: Muskelerhalt, bessere Sättigung und stabilerer Blutzucker sind keine Nebeneffekte, sondern echte Grundpfeiler.
Auch bei den Fetten habe ich bewusst gewählt. Avocado, Lachs und dosiert eingesetzte Nüsse waren für mich wichtige Bestandteile, weil sie Sättigung, hormonelle Balance und eine insgesamt ruhigere Ernährungsstruktur unterstützen.
Kohlenhydrate habe ich nicht radikal gestrichen, sondern gezielt eingesetzt. Vollkornbrötchen, Roggen-Wraps, Haferkleie und kleine gezielte Mengen dort, wo sie sinnvoll waren. Für mich liegt der Unterschied nicht im kompletten Verzicht, sondern im Timing und in der Menge.
Je weiter der Februar lief, desto klarer wurde für mich: Gute Ernährung funktioniert für mich nicht über Druck, sondern über Struktur. Nicht über Verbote, sondern über saubere Entscheidungen, die ich im Alltag wirklich halten kann.




Warum ich aktuell Gewicht verlieren möchte
Das ist ein Punkt, der mir wichtig ist, klar zu benennen.
Ich will nicht leicht um jeden Preis werden. Ich will leistungsfähiger werden.
Mein Ziel ist eine bessere Laufökonomie, eine geringere mechanische Belastung und eine stabilere zweite Marathonhälfte. Genau deshalb ist eine moderate, kontrollierte Gewichtsreduktion für mich kein Nebenthema, sondern ein sinnvolles Werkzeug.
Für mich geht es nicht darum, dem Körper etwas wegzunehmen. Es geht darum, ihn so aufzustellen, dass er über 42,195 Kilometer effizienter arbeiten kann. Weniger unnötiger Ballast bedeutet in meinem Fall nicht Verzicht, sondern mehr Effizienz.

Der Blick nach vorne
Der Februar war kein Monat für Bestzeiten. Er war ein Monat für Fundament, Stoffwechselarbeit, Struktur und Disziplin.
Und genau diese Monate sind es, die später über Minuten im Marathon entscheiden.
Der Plan ist deshalb klar: Jetzt weiterhin sauber Basis und Gewicht optimieren. Dann Mitte oder Ende März, spätestens im April, folgt der nächste Schalter. Ab dann wird die Intensität Schritt für Schritt wieder erhöht.
Ich spüre sehr deutlich, dass sich die Form im Hintergrund aufbaut. Noch nicht als große Schlagzeile. Noch nicht als spektakuläre Einheit. Aber als stabiles Gefühl, dass die Richtung stimmt.
Mein Fazit aus dem Februar
Der Februar war für mich unglaublich wertvoll.
Nicht, weil er laut war. Nicht, weil er spektakulär war. Sondern weil er mir noch einmal sehr klar gezeigt hat, wie wichtig Kontrolle, Regeneration und saubere Steuerung wirklich sind.
Nicht jeder Fortschritt fühlt sich spektakulär an. Manche Fortschritte passieren tief im System. Und genau dort habe ich im Februar gearbeitet.
Ich freue mich auf die nächsten Wochen. Der Weg ist klar. Und ich nehme euch wie immer mit.
Wie ist das bei dir? Fällt es dir leicht, in Trainingsphasen bewusst kontrolliert zu bleiben – oder ist gerade das langsame, ruhige und strategische Arbeiten oft die größte Herausforderung? Schreib es mir gerne in die Kommentare.
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Gregor Jaeger