Aachener Printen – würzig, aromatisch und saftig
Der Duft des goldenen Oktobers
Es ist ein frischer Samstagmorgen im Oktober. Noch liegen Nebelschwaden über den Hügeln der Voreifel, während die bunten Blätter im ersten Sonnenlicht leuchten. Nach einer stärkenden Laufrunde durch die kühle Herbstluft gibt es kaum etwas Schöneres, als in die warme Küche zurückzukehren.
In den vergangenen Tagen liefen Backofen und Kombi-Dampfgarer bereits auf Hochtouren: knusprige Brötchen, erste herbstliche Plätzchen und immer neue kleine Backideen. Doch an diesem Morgen lag plötzlich eine ganz besondere Inspiration in der Luft. Warum bis Dezember warten, wenn Zimt, Anis, Koriander und Kandis so wunderbar zu einem goldenen Oktobertag passen?
Kurzerhand wurden die Laufschuhe gegen die Backschürze getauscht. Aus dieser Idee entstand ein echtes regionales Highlight: traditionelle Aachener Soft-Printen aus der Voreifel-Küche. Außen würzig und aromatisch, innen angenehm saftig – ein Gebäck, das nach Herbst, Heimat und gemütlichen Kaffeepausen schmeckt.
Dieses Rezept verbindet Bewegung, Genuss und traditionelles Handwerk. Die längere Teigruhe, die warme Sirup-Honig-Mischung und die kurze Backzeit sind dabei keine Nebensachen, sondern der Schlüssel zur typischen Printen-Textur.
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Aachener Printen – würzig, aromatisch und saftig
Dieses Rezept ergibt etwa 6–8 große Printen bei ungefähr 8 mm Teigdicke. Die aktive Arbeitszeit liegt bei rund 30 Minuten. Danach braucht der Teig mindestens eine Nacht Ruhe im Kühlschrank.
Die Zubereitung lebt von kleinen, aber wichtigen Momenten: Die Sirupmischung darf nur warm werden, der Teig braucht Zeit und beim Backen kommt es auf Fingerspitzengefühl an. Genau diese Ruhe macht später den Unterschied zwischen trockenen und angenehm saftigen Printen.
Zutaten für den Grundteig
- 500 g Weizenmehl Type 405
- 250 g Zuckerrübensirup
- 100 g Honig
- 75 g brauner Zucker
- 100 g brauner Kandis, grob zerstoßen
- 50 g Orangeat, fein gewürfelt
- 6 g Pottasche
- 1 EL Wasser zum Auflösen der Pottasche
- 14 g Printengewürzmischung
Zutaten erklärt: Was sie im Printenteig bewirken
Jede Zutat erfüllt in diesem Rezept eine bestimmte Aufgabe. Zusammen sorgen sie für die dunkle Farbe, das typische Gewürzaroma und die angenehm saftige Textur.
- Weizenmehl: gibt dem Teig Struktur und sorgt dafür, dass die Printen ihre Form behalten.
- Zuckerrübensirup: bringt kräftige Würze, eine dunkle Farbe und Feuchtigkeit in den Teig.
- Honig: rundet die Süße ab und unterstützt die weiche, aromatische Krume.
- Brauner Zucker: verstärkt die Karamellnoten und hält den Teig angenehm saftig.
- Kandis: sorgt für kleine knackige Stellen und die typische Printen-Textur.
- Orangeat: ergänzt die warmen Gewürze um eine feine Zitrusnote.
- Pottasche: lockert den eher festen Printenteig. Sie muss vor dem Einarbeiten vollständig in Wasser aufgelöst werden.
- Printengewürze: Zimt, Anis, Koriander, Kardamom, Piment und Muskat geben dem Gebäck sein charakteristisches Aroma.
Nährwerte auf einen Blick
Die folgenden Angaben sind Näherungswerte für eine von acht Printen aus dem Grundrezept – ohne optionale Glasur, Schokolade oder zusätzliche Nüsse:
- ca. 470 kcal
- ca. 108 g Kohlenhydrate
- ca. 7 g Eiweiß
- ca. 1–2 g Fett
Je nach Größe, verwendeten Produkten, Backverlust und Veredelung können die tatsächlichen Werte abweichen. Mit Zuckerguss, Kuvertüre oder Nüssen steigt der Energiegehalt entsprechend.
Was kostet eine Portion?
Die folgende Beispielrechnung zeigt die ungefähren Kosten für eine Charge aus dem Grundrezept. Verwendet wurden Richtwerte für Zutaten und ein Strompreis von 0,35 € pro kWh (Stand: Oktober 2026). Deine tatsächlichen Kosten können je nach Einkauf und Tarif abweichen.
| Posten | Kalkulation | Kosten |
|---|---|---|
| Mehl, 500 g | Richtwert | 0,45 € |
| Zuckerrübensirup, 250 g | Richtwert | 0,95 € |
| Honig, 100 g | Richtwert | 0,90 € |
| Brauner Zucker, 75 g | Richtwert | 0,15 € |
| Kandis, 100 g | Richtwert | 0,35 € |
| Orangeat, 50 g | Richtwert | 0,60 € |
| Pottasche und Wasser | Richtwert | 0,10 € |
| Printengewürz, 14 g | Richtwert | 0,90 € |
| Zutaten gesamt | 4,40 € | |
| Backofen | ca. 0,8 kWh × 0,35 € | 0,28 € |
| Gesamtkosten | Zutaten + Strom | ca. 4,68 € |
Bei sechs großen Printen entspricht das ungefähr 0,78 € pro Stück, bei acht Printen etwa 0,59 € pro Stück. Glasur, Kuvertüre, Nüsse und Arbeitszeit sind in dieser Beispielrechnung nicht enthalten. Die Kühlschrankruhe wird nicht separat berechnet, weil der Kühlschrank ohnehin dauerhaft läuft.
Eigene Printengewürzmischung
Für die Gewürzmischung werden 4 TL Zimt, 1½ TL gemahlener Koriander, 1 TL gemahlener Anis, 1 TL gemahlener Kardamom, ½ TL gemahlener Piment und ¼ TL Muskat vermischt. Für den Grundteig werden davon 14 g abgewogen.
Optionale Varianten
- Für die klassische Oberfläche: 30–50 g zusätzlicher Kandis und etwas Milch zum Bestreichen.
- Für Zuckerguss: 100 g Puderzucker, 1–2 EL heißes Wasser und nach Wunsch ½ TL Zitronensaft.
- Für die Schokoladenvariante: 150–200 g Zartbitterkuvertüre.
Zubereitung Schritt für Schritt
Jetzt wird aus der würzigen Mischung Schritt für Schritt ein echtes Stück Voreifel: erst der Teig, dann die Form und zum Schluss die glänzende Veredelung.
1. Sirupmischung erwärmen
Zuckerrübensirup, Honig und braunen Zucker bei niedriger Hitze erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Mischung darf nicht kochen. Anschließend lauwarm abkühlen lassen.
2. Teig ansetzen
Mehl und 14 g Printengewürz mischen. Kandis und Orangeat zugeben. Die Pottasche in 1 EL Wasser vollständig auflösen und zusammen mit der lauwarmen Sirupmischung einarbeiten. Alles zu einem festen, noch formbaren Teig verarbeiten.

3. Teig ruhen lassen
Den Teig zu einer flachen Scheibe formen, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Als Orientierung sind 12–48 Stunden angegeben.

4. Ausrollen und schneiden
Den Teig etwa 20–30 Minuten vor dem Formen aus dem Kühlschrank nehmen. Die Arbeitsfläche leicht bemehlen, den Teig ungefähr 8 mm dick ausrollen und rechteckige Printen schneiden.

5. Kurz und schonend backen
Die Printen auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Nach Wunsch dünn mit Milch bestreichen und zusätzlichen Kandis darübergeben. Bei 160 °C Ober-/Unterhitze ungefähr 9 Minuten auf der mittleren Schiene ohne Dampf backen. Die Printen dürfen beim Herausnehmen noch hell und weich wirken. Der Gargrad sollte deshalb sorgfältig beurteilt werden – nicht allein nach der Bräunung.

6. Auskühlen lassen und veredeln
Die Printen vollständig auskühlen lassen. Danach können sie wahlweise dünn mit Zuckerguss bestrichen oder mit geschmolzener Zartbitterkuvertüre überzogen werden.


So bleiben die Printen saftig
Die fertigen Printen in einer gut schließenden Dose aufbewahren und ihnen 24–48 Stunden Zeit zum Nachreifen geben. Dadurch kann sich die Textur noch verändern. Ob sie am Ende eher weich, saftig oder etwas fester wirken, hängt unter anderem von Teigdicke, Backzeit, Auskühlen und Lagerung ab. Eine pauschale Garantie für eine bestimmte Konsistenz gibt es deshalb nicht.

Der wichtigste Punkt für saftige Printen ist die kurze Backzeit: lieber den Gargrad aufmerksam prüfen und die Printen nicht unnötig dunkel backen. Die Sirup-Honig-Mischung und das Nachreifen in der Dose gehören genauso zum Rezept wie die Gewürze.

Praktische Hinweise
- Pottasche vor dem Einarbeiten vollständig im Wasser auflösen.
- Die Sirupmischung nur erwärmen, nicht kochen.
- Den Teig wirklich ruhen lassen; die Ruhezeit ist ein fester Bestandteil des Ablaufs.
- Beim Ausrollen auf eine möglichst gleichmäßige Dicke achten.
- Die Printen nach dem Backen erst vollständig auskühlen lassen, bevor sie in die Dose kommen.
- Die Nährwerte sind Näherungswerte und beziehen sich auf acht Stück ohne optionale Veredelung.
Häufige Fragen zu Aachener Printen
Warum wird Pottasche für Printen verwendet?
Pottasche ist ein traditionelles Triebmittel für würzige, eher feste Teige. Sie unterstützt die typische Printenstruktur und sollte vorher vollständig in Wasser aufgelöst werden.
Wie werden Printen besonders saftig?
Entscheidend sind die nicht zu lange Backzeit, das vollständige Auskühlen und die anschließende Ruhezeit in einer gut schließenden Dose. Nach 24–48 Stunden kann sich die Textur noch angenehm verändern.
Kann der Printenteig vorbereitet werden?
Ja. Der Teig sollte mindestens über Nacht im Kühlschrank ruhen. Als Orientierung eignen sich 12–48 Stunden, bevor er ausgerollt und gebacken wird.
Warum sind die Printen direkt nach dem Backen noch weich?
Das ist normal. Beim Abkühlen verändert sich die Konsistenz, und in der Dose können die Printen anschließend nachreifen. Deshalb nicht vorschnell länger backen, nur weil sie noch weich wirken.
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Gregor Jaeger